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Antibiotika (Bibernelle)

Mitreisen zum Nulltarif

Nun ist er wieder da, der Winter, zumindest auf dem Kalender. Er war bislang immer jene Zeit, welche uns in gesundheitlicher Hinsicht am meisten zu schaffen machte. Wir alle fürchten sie, die Grippewelle. Doch mittlerweile ist es eine Tatsache, dass wir rund ums Jahr mit Grippen zu kämpfen haben. Niemals zuvor in der Geschichte gab es eine derartige Bakterien- und Virenverfrachtung wie derzeit. Wer es sich leisten kann, reist um die Welt und mit ihm scharenweise und natürlich gratis die Mikroben.  Von unseren spektakulären Urlauben bringen wir immer öfter multiresistente „Souvenirs“ mit. Meldungen von neuartigen Vireninfektionen sind keine Seltenheit mehr. Das West-Nil-Virus, das Zika-Virus und Co. statten uns unerwünschten Besuch ab. Begünstigt werden die Lebensbedingungen hier bei uns für bisher fremde Mikroorganismen noch durch den Klimawandel (den nun niemand mehr leugnen kann!) und die Antibiotikaschwemme. Der Antibiotikareport 2014 zeigt, dass zwei Drittel aller Antibiotika von Hausärzten verschrieben werden und dass 30% davon unnötig waren. Daher ist es sinnvoll, bei einer Verschreibung eines Antibiotikums, eine Begründung und ein Antibiogramm (Dabei wird im Labor die Resistenz des Erregers gegenüber dem Antibiotikum überprüft.) von Ihrem Arzt/ Ihrer Ärztin zu verlangen. Hinzu kommen noch die größtenteils mit Antibiotika verseuchten Fleischwaren, die uns aus dem Gleichgewicht werfen. Die Kleinstlebewesen sind nicht dumm. Sie verfügen über höchste Intelligenz, was ihre Anpassungsfähigkeit betrifft und schaffen es ohne Weiteres, die Antibiotika auszutricksen. Schließlich sind sie auch um Milliarden Jahre älter als wir Menschen und somit viel erfahrener und gewiefter. Jede noch so große Katastrophe in der Evolution konnten sie geschickt überwinden und dadurch bis heute ihre Arten erhalten. Die übertriebene Reisefreudigkeit des modernen Menschen einerseits – Südtirol wird täglich von ca. 1000 Flugzeugen überflogen – und unser Bestreben nach immer mehr Gästen andererseits hat auch seine Schattenseiten. Wir betreiben meiner Meinung nach grundsätzlich eine Fahrt in die Sackgasse und sollten unser Glück nicht irgendwo in der Welt suchen, sondern da, wo es wirklich wohnt, nämlich in uns. Es ruht in uns und wartet auf Besuch. Bei einem kleinen Spaziergang vor Ort erwachen unsere Glücksgefühle auf Anhieb und lassen uns gesunden.

Zurück zu unseren unsichtbaren Mitbewohnern: Es ist völlig sinnlos, einen blindwütigen Vernichtungsfeldzug gegen die Viren und Bakterien zu führen, schließlich ist uns die größte Menge davon ja wohlgesinnt. Die Bösen unter ihnen sollten wir mit grünen Antibiotika zu eliminieren versuchen. Mit denen haben Keime nämlich kein so leichtes Spiel wie mit einem vollsynthetischen Antibiotikum.  Natürliche Antibiotika verfügen über ein ausgiebiges Spektrum an Mechanismen und können auch resistente Keime beherrschen.

Hier einige Pflanzen mit antibiotischer Wirkung: Beifuß, Ingwer, Sonnenhut, Pfeffer, Bibernelle, Wacholder, Flechten (Usnea)…

Die Bibernelle ist dieses Mal die Pflanze, auf die wir auf der Rückseite unser Augenmerk legen.

Regina Senfter Stauder

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