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Awwe di Kui van Sunnta

Ein Beitrag von Regina Senfter Stauder

Awwe“, was übersetzt bedeutet „als wie“, gibt es in der Schriftsprache so nicht mehr.

Vergleiche mit awwe eignen sich in der Mundart besonders gut, um eine Sache auf den Punkt zu bringen. Zum einen kann man so seine Gedanken anderen Menschen gegenüber auf indirekte Weise zum Ausdruck bringen, zum anderen klingen Vergleiche oft lustig und muntern auf. Sie bekräftigen die Aussage und verleihen der Sprache Würze. Es gibt hier eine Menge an Ausdrücken, welche sich sowohl auf Menschen wie auch auf Sachen beziehen. Es kommen dabei Begriffe vor, welche sich kaum noch erklären oder herleiten lassen, z.B. Allo, Outo oder Ruoch. Höchst interessant finde ich die Vergleiche mit bei uns längst ausgestorbenen Berufen wie Eiletroga (=Ölträger), Haftlanpitscha (= fertigte Verschlusshaken für Kleider), Schtoiretraiba (trieb in jedem Haus die Steuern ein), Pirschtnpinta (Bürstenbinder) finde ich besonders interessant.

sain awwe di Kui van Sunta

begriffsstutzig sein

ausschaugn awwe a Focke mit a Glougge

völlig unpassend gekleidet sein

tumm san awwe di Nocht finschto schwerfällig sein beim Lernen
schlofn awwe a Rotze sehr tief schlafen
tion awwe a Husar lauthals schimpfen
soidn awwe Garnlan sprudelnd kochen
ring awwe a Raito völlig undicht sein (Gefäß)
schwitzn awwe an Eiletroga in Schweiß gebadet sein
klemm awwe a Haftlanpitscha überaus sparsam sein
loign awwe a Wochtl es mit der Wahrheit nicht genau nehmen
lafn awwe a Schtoiretraiba hektisch unterwegs sein
lousn awwe do Pouck pan Seichta neugierig bei einem Gespräch anderer zuhören
girichtn san awwe a Sock vo Kotzn

sehr gereizt sein

essn awwe a Drescha

ausgiebigen Appetit haben

sain awwe do Allo

sich bester Gesundheit erfreuen

raot sann awwe an Outo hochrot sein im Gesicht
saufn awwe a Pirschtnpinta

ständig betrunken sein

schteel awwe a Rotze

ein Langfinger sein

fressn awwe a Ruoch ein sehr hungriges Wesen sein
schraidn awwe a Jouchgair

heftig schreien

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