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Kochal und Zigourewurze

Ein Beitrag von Regina Senfter Stauder

Wie ernähre ich mich eigentlich? Ich glaube, es lohnt sich gerade in der heutigen Zeit, sich mit dieser Frage immer wieder auseinanderzusetzen. Wer ohne Bedenken im Supermarkt einkauft, begibt sich tagtäglich in eine gesundheitsgefährdende Falle. Einige Beispiele: krebserregende Stoffe im Schinken (laut WHO), Carrageen in den Süßspeisen (laut Forschung ebenfalls krebserregend), Aspartam (in Amerika verboten)in den Kaugummis …

Möchte man seine Gesundheit rundum pflegen, befasst man sich am besten mit dem Thema Kräuter und macht sich auf die Suche nach denselben. Sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe sollten fester Bestandteil unserer täglichen Ernährung werden. Pflanzen zu sammeln gleicht aus, macht glücklich und sie in köstlichen Gerichten mit Genuss zu verzehren, hält Leib und Seele gesund. Vor 150 Jahren aß der Mensch im Schnitt noch ca. 450 verschiedene Pflanzen, der moderne Mensch bringt es gerade mal auf 30. Und wie viele von diesen 30 Pflanzen sind selbst gesammelt oder gezüchtet? Wildpflanzen und -früchte, welche vor unserer Haustür wachsen, sind außerdem Null-Kilometer-Ware, sind nicht gedüngt oder gespritzt und können in unserem Körper optimal verdaut werden. Ein großes Umdenken sollte stattfinden. Also: Nichts wie raus in den Garten Gottes und die Pflege der Gesundheit in die eigene Hand nehmen. Pfarrer Kneipp hat gesagt: Gesundheit ist nicht ein Geschenk, sondern eine Aufgabe.

Wie steht es aber mit dem derzeitigen Kräuterwissen in unserer Dorfgemeinschaft oder bei Ihnen ganz persönlich? Ich habe so das leise Gefühl, dass eine ganze Menge schon verloren gegangen ist und leider nicht mehr bewusst an die Kinder weitergegeben wird.

Früher gab es in jedem Dorf zumindest ein Kräuterweiblein oder Kräutermännlein. Bei uns in Sexten ging man zu Beispiel zum „Oltn Gasavoto“, um ein Kräuterpflaster zu holen.

Der Spruch „Hilft´s nicht, schodit´s nicht!“ ist mittlerweile längst überholt. Die Forschung der Naturmedizin steht der Forschung der Schulmedizin in nichts mehr nach. Die Beweise über die Wirkung von Pflanzeninhaltsstoffen liegen auf der Hand und man sollte mit der Verwendung derselben in keinster Weise leichtfertig damit umgehen. Falscher oder übertriebener Konsum von Naturstoffen kann unseren Organen sehr wohl auch schaden, zum Teil sogar extrem.

Doch alles in allem lohnt es sich, das Thema gesunde Ernährung anzugehen und die Gottesgaben rund ums Haus zu nutzen. Der gesundheitliche Erfolg stellt sich mit Sicherheit ein und das sollte Motivation sein, die Kräuterkultur unserer Vorfahren an die nächste Generation weiterzutragen. Ich finde, auch wir sind unseren Kindern etwas schuldig, trotz allen Fortschrittes!

So könnte ein Inhaltsverzeichnis in einem alten Sextner Kräuterbuch vielleicht gelautet haben:

Gaseschtraubm = Isländisches Moos
Glondo = Koriander

Gretl in do Schtaude = Schwarzkümmel

Herbischthade = Besenheide

Hiendodarme = Vogelmiere

Hunschtuze = Giersch
Kase und Proat = Sauerklee
Kasepappilan = Katzenpfötchen

Kieme = Kümmel

Klebbon = Klebriges Labkraut

Kochal = Schafgarbe
 
Munatlan = Gänseblümchen
Olte Puibm = Hohlzahn
Peatosbartl = Nelkenwurz
Peatoschlissl = Schlüsselblume
Pfnotscha = Taubenkropf
Pforfl = Wurmfarn
Pliuma = Heublumen (für Wickel)
Quengl = Sandthymian
Roussekime = Wiesenbärenklau
Sairantschtingl = Kleiner Sauerampfer
Schellile = Sellerie
Schpaik = Klebrige Primel
Sigrant = Buchsblume
Sioßwirzlan = Tüpfelfarn
Suzzeissilan = Taubnessel
Tirgge = Mais
Tondopluime = Pfingstrose
Toureipfl = Hagebutte
Werznkraut = Hauswurz
Zigoure = Löwenzahnwurzel
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