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Wegwarte

Die Wegwarte/ Cichorium intybus

Auf wen wartet die Wegwarte an Straßen und Wegen?  Auf ihren Prinzen, den Löwenzahn. So jedenfalls heißt es in einem Kräutermärchen.

Eine interessante Pflanze ist sie allemal, die Wegwarte, mit ihren vielen strahlend blauen Blüten an drahtigen Stängeln. Früh am Morgen öffnet sie täglich neue Blüten, die um die Mittagszeit schon wieder verblühen. So geht dieses Spiel über Wochen, bis alle Blütenknospen aufgesprungen und grad einmal einen halben Tag lang geblüht haben.

Wer diese blaue Schönheit ernten will, sollte sich also am Vormittag, wenn der Tau aufgetrocknet ist, auf den Weg machen. Zu Mittag kann man sie dann über den Salat streuen, diese filigranen Blütenblättchen. Blaue Blüten zu verzehren ist besonders gesund, denn sie enthalten Anthocyane. Das sind wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe, die einer Blüte die blaue, violette oder rote Farbe verleihen. Zur Wortbedeutung: Anthos bedeutet im Altgriechischen Blume/Blüte und cyan dunkelblau. Dunkelblaue Farbstoffe wirken besonders zell- und gefäßschützend d.h. sie stärken einerseits unsere Adern und umsorgen andererseits unsere Zellen, was wiederum krebshemmend ist. Ein ausreichender Verzehr blauer und roter Beeren wie der Johannisbeere, Schwarzbeere, Aronia, Brom- und Himbeere, Preiselbeere… ist also ebenfalls sehr empfehlenswert.

Sie kann uns aber noch mehr aufwarten, die Wegwarte. Genauso wie der Löwenzahn enthält auch sie in ihren Wurzeln einen Bitterstoff. Ihr Bitterstoff, Lactucopikrin, ist wesentlich bekömmlicher als das komplexe Bitterstoffgemisch des Löwenzahnes und daher auch für Kinder geeignet. Er unterstützt die Bauchspeicheldrüse und Leber und wirkt hervorragend gegen Heißhunger. Nach neuesten Untersuchungen soll er sogar schmerzstillend sein und gegen Malaria helfen.

Der alte Name der Wegwarte dürfte wohl jedem geläufig sein: Zichorie. Geröstete und gemahlene Zichoriewurzel war einst das Kaffeepulver der armen Leute. Mit diesem Kaffee taten sie sich aber echt was Gutes.

Im Frühling kann man aus ihren Blätter einen Wegwartensalat zubereiten, ähnlich dem Löwenzahnsalat.

Außer den sehr faserigen Stängeln ist von dieser Pflanze alles von Nutzen.

Hochgelobt sei sie, die Wegwarte, die auf ihre Ernte wartet, um uns gesund zu erhalten.

Regina Stauder

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