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Heimatpflegeverein Sexten | Voschteickilats und Dowischilats
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Voschteickilats und Dowischilats

Ein Beitrag von Regina Senfter Stauder

Endlich Langis! Als der harte Winter die Kinder wieder „freigab“ und man allmählich auf die wärmere Zeit zusteuerte, konnte das kleine Volk nichts mehr im Haus halten. Draußen war wieder überall fröhliches Jauchzen zu vernehmen. Mit den Kindern der Nachbarhäuser trafen wir uns zu sozialen Spielen. Spiel mo Voschteickilats oddo Dowischilats?“, lautete die Frage fast täglich. Haint tiomo Voschteickilats.“ Rund ums Bauernhaus gab´s genug Verstecke und wer als Letzter ogiprettl wourdn isch, musste als Nächster suchen. Besonders spannend war das Versteckspiel auf den Feldern, wenn viele Roggla, Schwednraita oder Herpflan dastanden. So manches Heumännchen wurde dabei von uns Kindern im Eifer des Gefechtes zu Boden gerissen. Wenn die Lust sich auszutoben uns regelrecht in den Beinen kitzelte, dann wurde Dowischilats /Leischtl gespielt. Durch Auszählverse wurde bestimmt, wer als erster fängt. Der bekannteste war wohl: Ellile, sellile, siggile, sa, rippile, rappile, knoll. Frei wie die Vöglein waren wir. Ungezwungen konnten wir springen, uns entspannen und selber Gefahren ausloten. Körperliches und seelisches Gleichgewicht trainierten wir in höchstem Maße. Wir wussten, wie man auf Bäume klettert, auf Zäunen balanciert und Bäche an gefährlichen Stellen überquert. Der Spannungsbogen der Natur war uns vertraut – vom völlig Harmlosen bis zum äußerst Gefährlichen – von der köstlich schmeckenden Walderdbeere bis zur giftigen Kreuzotter. Lernen mit Erdung und unter dem Himmelszelt war die Devise. Theoretische Kenntnisse nutzten wir mit Kopf und Fuß. Sind nicht gerade das die heute so viel zitierten und mundstrapazierten Kompetenzen, welche es zu erreichen gilt? Wir hatten keinen dicht gedrängten Terminkalender wie so manches Kind von heute, waren an den Nachmittagen nicht auch noch in Institutionen gepfercht und kannten keine Konzentrationsprobleme oder Hyperaktivität. Niemand hat uns „fast zu Tode gefördert“. Frei waren wir, frei zu denken und zu handeln – ja, einfach frei, ohne ständige Kontrolle von irgendeiner Seite. Selbst mussten wir Verantwortung übernehmen, selbst durften wir bestimmen, wann wir müde waren.

Wir hatten fast nichts (an Spielzeug), wir brauchten auch nichts und doch hatten wir alles. Es lebe die Kindheit, das Fundament fürs Leben!

Spiele aus Großmutters Zeit:

Spiele im Haus
Guggamuine Blinde Kuh
Gurflschpiel: Fohr af Grazz Spiel mit Murmeln

Di Soge, do Knouche, do Gotto…

Fadenspiele mit den Händen
Spiele im Freien
Dowischilats /Leischtl Fangen
Voschteickilats Verstecken
Kaschtl hupfn/ Amaslam Tempel hüpfen
hutschn schaukeln
Schtallile paudn mit Zapfen und Reisig Ställchen bauen
Afn Schraggilan mit an Brette au und o raitn wippen

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